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Geschichte

Willst Du in der Zukunft lesen, so blättere in der Vergangenheit.

In den über 125 Jahren der Rackow Schulen wurde der Fortschritt zur Tradition. Immer wieder werden diese Schulen Wegbereiter im kaufmännischen Bereich.

  • In der Gründung und Anerkennung von Privatschulen
  • In der Entwicklung von Handelsschulen
  • Im Schreiben mit der linken Hand und dem Einhandmaschinenschreib-Unterricht, der aus der Not der entsetzlichen Kriege geboren wurde
  • In der "Erfindung" der kaufmännischen Umschulung, in der Weiterentwicklung der theoretischen Umschulung zum dualen Umschulungssystem mit der praktischen Ausbildung in Betrieben
  • In der Entwicklung von Reintegrationsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose, Berufsrückkehrer/innen oder akad. Aussiedler und Asylbewerber

Die Erfahrungen aus dieser Arbeit finden ihren Niederschlag in unseren heutigen Aktivitäten und in der Planung für die Zukunft.

Die Geschichte Hamburgs ab 1892 mit einem Schuss Rackow oder auch umgekehrt.

Hamborg, hol di stief... un Rackow ok!

Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto weniger vermag sie der Zufall treffen

Bevor es den Begriff "Testmarkt" überhaupt gab, führte ihn Alexander Rackow bereits durch. Mit Privatunterricht in diversen Fächern im Hause der Witwe Vermehren testete er den Hamburger Schulmarkt, um sich dann am 1.2.1892 mit einer Rackow-Schule in Hamburg zu etablieren. Schönschreiben mit Garantie sonst Geld zurück.

Obwohl das eine mit dem anderen nun wirklich nichts zu tun hat, bricht im Gründungsjahr der Hamburger Rackow-Schule in dieser Stadt die Cholera aus.

So entsteht einerseits die erste Privatschule für Schönschreiben und Sprachen in Hamburg und andererseits das Lied: "Jupheidi und Jupheida, Schnaps ist gut geg'n Cholera".

Schule

Frauen

1884 klappert die erste Schreibmaschine in einem Hamburger Büro, was sich durch Alexanders Pioniergeist sofort im Stundenplan wiederfindet, als Schreibmaschinenunterricht. 1901 erwirbt der Jungunternehmer ein eigenes Schulhaus. Wieder eine wichtige und weitsichtige Entscheidung, denn Alexander Rackow sieht im "Hamburgischen Verein zur Förderung von Frauenbildung und Frauenstudium" eine neue potentielle Klientel auf sich zukommen.

Klingt das 19. Jahrhundert noch mit einem Hafenarbeiterstreik aus, weil man für 3 Mark am Tag keine 15 Stunden arbeiten will, so geht man doch frohgelaunt mit Hein-Köllisch-Schlagern wie: "De Reis no Helgoland" und "To Pingsten, ach wie scheun " ins neue Jahrhundert.

Hamburg boomt, die Schule auch!

Wir schreiben das 20. Jahrhundert zunächst einmal bis zum ersten Weltkrieg fort. Eine schöne Zeit - mit schönen Errungenschaften. Geburtsstunden des Thalia-Theaters, der Staatsoper, des Schauspielhauses, der Musikhalle und der Niederdeutschen Bühne, dem heutigen Ohnsorg-Theater.

Der Hauptbahnhof wird eingeweiht, die S- und U-Bahnen rollen durch Hamburg, der erste Elbtunnel und auch Hagenbeck werden eröffnet und aus Rackow's Unterrichtsinstitut wird Rackow's Handelsakademie mit erweitertem Raum- und Unterrichtsangebot. Viertel-, Halb- und Jahreskurse! Prospekte schon damals, natürlich kostenlos.

Hauptbahnhof

Weit früher als beim Staat werden bei den Rackows die Handelsschulen ins Leben gerufen. Sie sind auf diesem Gebiet Wegbereiter. So entwickelt sich nebeneinander ein privates und ein öffentliches Handelschulsystem, und wer es sich leisten kann, schickt seine Kinder lieber auf die "Privaten". Dann ziehen dunkle Wolken auf.

Der erste von zwei lrrtümern... oder der erste Irrtum zuviel!

Einhand

Der 1. Weltkrieg, der erste von den zwei großen Irrtümern des 20. Jahrhunderts. Da der Staat nur auf den Krieg, nicht aber auf seine Folgen - die vielen Witwen und Waisen und schon gar nicht auf die vielen Kriegsversehrten - vorbereitet ist, richtet Rackow kostenlose Kurse im Einhandmaschinen-schreiben bzw. Schreiben mit der linken Hand ein.

Staatlicher Beifall, Verdienst-medaillen ...
Der Dank ist Dir gewiss!?

Die Geschichte von der Sülze und vom hohen "C"

Nachkriegszeit! Die neue Verfassung auf dem Papier und die Verfassung der Bewohner der Hansestadt gehen nicht konform. Die Menschen hungern. Da es zu jener Zeit Unmengen von Ratten in Hamburg gibt, ist es kein Wunder, dass man den Sülzenfabrikanten Jakob Heil in der Alster ertränken will, weil man einen ganz bestimmten Zusammenhang zwischen den grauen Nagern und seiner Sülze vermutet.

Gleichzeitig hungert die Schulbehörde die Rackow-Schule fast aus - sie sieht kein staatliches Interesse mehr, Privatschulen zu erhalten. Als Trostpflaster sozusagen erhält die Rackow-Schule endlich die offizielle Genehmigung, sich mit "c" zu schreiben, trotz uneinheitlicher Eintragungen einzelner Familienmitglieder (mit oder ohne "c") im Familienregister.

Politik, Diplomatie und Bürokratie der Zwanziger Jahre; kaum ein Unterschied zu heute.

Zeugnis

Der Beginn der "Roten Welle" und wie Rackow seine Akademie "verlor"

1922 stellen die Stadtväter der Hansestadt am Stephansplatz die erste - damals noch handgeschaltete - Ampel auf. Der erste Tropfen zu der heute üblichen und nicht gerade geliebten "Roten Welle". So schnell, wie sich die Ampeln entwickeln, geht es auch mit der Wirtschaft. Kaum Arbeitslose, dafür aber hohe Summen an Reparationszahlungen. Man kommt mit dem Gelddrucken nicht mehr nach. Beim täglichen Einkauf braucht man die große Tasche weniger für Waren, die man kaufen, als für das Geld, mit dem man bezahlen will.

Die Frauenrechtlerin Emmy Beckmann verkündet, ohne dass sie auf große Gegenliebe stößt: "Schlagen ist unzeitgemäß". Wobei wieder eine Verbindung zur Rackow-Schule gefunden wäre. Man bittet zu dieser Zeit die Rackow-Schule sehr nachdrücklich, den Namen "Akademie" abzulegen. Sicherlich vermutet man zu Recht in ihr eine Konkurrenz zu den staatlichen Handelsschulen.

Zeugnis

So werden die "Rackow's Handels-Akademien Hamburg" mit dem schlichten Zusatz "Größte und vornehmste Institution Deutschlands" zur "Rackow's privaten Handelsschule".

Der "Schwarze Freitag" mit seinen Auswirkungen wird überstanden, nicht aber die daraus erstarkenden Braun-hemden.

"Es ist richtig, dass man den Krieg nur beseitigen kann, indem man ihn meidet"

Halten wir uns ziemlich wörtlich daran und wollen dieses 2. Kapitel unheilvoller Geschichte nur kurz streifen. Hitlers "Heil Hitler" bringt heilloses Unheil auch für die Rackow-Schule.

Schmilzt die Schülerzahl auf 30 bis 40 zusammen, so kann sich die Schule doch zumindest halbwegs die Nazis und den "Deutschen Gruß" vom Halse halten nicht aber die Bomben.

1943 fällt die Hamburger Rackow Schule in Schutt und Asche.

Auf die Plätze, fertig, los....

1945, kurz nach der Kapitulation, werden bereits die ersten Startvorbereitungen für den Wiederaufbau der Rackow-Schule getroffen.

Mit den geretteten Schreibmaschinen beginnt man. Neben dem Schulgeld müssen die Schüler "Brennbares" mitbringen, da bei kalten Öfen der Unterricht ausfallen musste.

Regelmäßige Bewegungsübungen während des Unterrichtes dienen damals noch nicht der Körperertüchtigung, sondern lediglich dem "Warmhalten". Das Einhandmaschinenschreiben wird kostenlos für Kriegsbeschädigte durchgeführt.

Schreibmaschine

"Aktive" Leitwährung und die Marke"Eigenbau"

Die "Leitwährung" der Nachkriegszeit ist die amerikanische Zigarette, die mit bis zu 40 Reichsmark gehandelt wird. In Kleingärten, zwischen Trümmern und auf den Balkonen - versteckt zwischen Blumentöpfen - wächst und blüht die Marke "Eigenbau".

Schulspeisung wird aus Spenden finanziert und von Hilfsorganisationen verteilt. In der Liste der "Schulspeislinge" in der Rackow-Schule ist auch ein Schüler namens Schütter, Friedrich eingetragen.

Die Briten heben das Tanzverbot auf, und Adolf Schönfelder, der erste Bürgerschaftspräsident, ermuntert: "in der alten Hansestadt muss neuer Hanseatengeist lebendig werden!

Frl. Wirtschaftswunder und die Erfindung der kaufmännischen Umschulung

Durch die Adenauer - Ehrhard - Ära bekommt auch Hamburg seinen Teil vom Wirtschaftswunder ab, die Rackow-Schule auch.

Nach der Großen Theaterstraße schlägt sie für lange Jahre ihren Wohnsitz in den Colonnaden 3 auf.

1962 "erfinden" die Rackow-Schule und der Versicherungsträger "Seekasse" für die vielen Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen ihren erlernten Beruf nicht mehr ausüben können, die kaufmännische Umschulung. Und da aus einer Schule keine Umschule werden kann, entsteht neben einer Schulungsstätte eine Umschulungsstätte, und zwar die von Rackow.

Leider passiert auch etwas, was die Hamburger nie für möglich hielten. Die Deiche brechen bei einer großen Flut und bringen Tod und Verwüstung über einen Teil der Stadt.

Das Glück und das Unglück mit den Engländern

Etwas ganz Neues entsteht in Hamburg und ausgerechnet auf der "sündigen Meile", der Reeperbahn: der Beat von den Beatles, die nicht nur Musik, sondern auch Pilzkopfmode machen.

Und der Frust über jenes WM-Final-Tor im Wembley-Stadion, das eigentlich - und schon gar nicht aus deutscher Sicht - überhaupt kein Tor war, erschüttert selbst die "coolen" Hamburger und lässt sie an der nationalen Trauer lautstark teilnehmen.

Es ist auch die Zeit, in der in Hamburg die 3. Rackow-Generation das Zepter übernimmt.
Die erste Generation erwirbt, die zweite erhält und die dritte...
Zu früh gefreut, liebe Mitbewerber, denn eigentlich ist es mit dem Gründer des Berliner Stammhauses bereits die 4. Generation.

Das Hoch im Norden - oder die Stadt, in der trotzdem der Regen fällt

Unter Rackow III - an seiner Seite Anneliese Seidling nicht zu vergessen - ging's nun richtig aufwärts. Rund 1.000 Schüler sollen's werden, rund 1.000 Schüler werden es. Und das nicht nur, weil diese bei dem Hamburger Schmuddelwetter ein Dach über dem Kopf haben wollen. Meinen könnte man es manchmal, denn der Französische Wahlhamburger, Jacob Gallios, klagte über dieses Phänomen bereits 1835:

"Ist Dir bekannt, dass ein unglückliches Geschick und Karl der Große Hamburg zwischen dem 53. und 54. Breitengrad angesiedelt haben? Nahe den Lappen und Grönland, in einer geographischen Lage, welche ausgerechnet das abscheulichste aller Klimate ihr eigen nennt. Während der einen Hälfte des Jahres ist das Wetter schlecht, und während der anderen regnet es!"

Haus

Vielleicht hat das Wetter die Rackows sogar besonders gegen alle Stürme gefeit. Was der erste Hamburger Rackow schaffte - ein eigenes Schulhaus was aber der Krieg zunichte machte, das hat der 3. Rackow wieder "aufgebaut". Ein eigenes Schulgebäude im Zentrum, am Schopenstehl 31, direkt neben dem Naubau 25-29. Dieses Haus wurde noch vor Gründung der ersten Rackow-Schule in Hamburg im Jahre 1885 erbaut.

Zufall oder Tradition?

Übersichtlich und familiär war die Rackow-Schule schon immer und so soll es auch bleiben.
Deshalb konnte der Fortschritt in der Rackow-Schule Hamburg in den mehr als 100 Jahren ihres Bestehens zur Tradition werden.
Wie in Hamburg übrigens auch....

Rackow, hol di stief ... un Hamborg ok!